Nach über 10 Jahren in der Evangelischen Jugend verlässt Dekanatsjugendreferent Diakon Marco Schindler im April 2025 die Evangelische Jugend im Dekanat Michelau und übernimmt am 01. Mai 2025 die 2. Pfarrstelle der Evang.-Luth. Kirchengemeinde in Lichtenfels. Zum Abschied haben die Jugendlichen und Hauptberuflichen der Dekanatsjugendkammer ihrem Diakon noch ein paar spannende und tiefgründige Fragen gestellt.
Emma Kirchler: Wie findest du die Leute, mit denen du tagtäglich hier gearbeitet hast? Ich habe so viele tolle Erinnerungen und Erlebnisse mit Euch Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen abgespeichert. Dies macht mich sehr glücklich. Ich durfte in der EJ im Dekanat und der Kirchengemeinde Michelau viele kreative, humorvolle, anpackende, mitfühlende und begeisternde Menschen kennenlernen.
Dekanatsjugendreferentin Judith Bär: Was ist das Verrückteste, was du in den letzten 10 Jahren mit der EJ erlebt hast? Ich denke es ist kein Erlebnis, sondern eine herausragende Haltung. Ich liebte es, wenn wir auf einer Freizeit oder einer Veranstaltung im Team rumgeblödelt haben und völlig kreativ und lustig waren. Wenn dann mitten in dem Blödsinn etwas Ernstes oder Wichtiges passiert ist, konnten wir alle sofort umschalten und unseren Job gut erledigen. Diese Mischung aus Blödsinn und Verantwortung ist wirklich verrückt.
Dominik Stumpf: Was wirst du am meisten in der EJ vermissen? Die Gemeinschaft, die wir in der Evangelischen Jugend pflegen. Dazu gehören neben Blödsinn und tollen Aktionen für Kinder & Jugendliche auch die Offenheit, das Mitfühlen und die enge Verbundenheit. Ich werde die EJ-Familie vermissen.
Dekanatsjugendreferent Reiner Babucke: Wen hast du mit deiner Arbeit glücklich gemacht? An guten Tagen und bei gelungen Freizeiten und Veranstaltungen hoffentlich viele Menschen. Die Kinder & Jugendlichen, die unsere Maßnahmen besuchen, die Teamer die diese Aktionen tragen und wir pädagogisch begleiten, die Eltern, wenn sie sicher sein können, dass ihre Kinder bei uns gut aufgehoben sind und noch viele Menschen aus der Kirche und der Kommune, wenn unser außerschulischer Bildungsauftrag und gelebte Verkündigung gelingt. Glück & Freude vermehrt sich, wenn man es teilt.
Pfarrer Gundolf Beck: Was wolltest du den Jugendlichen über unseren christlichen Glauben am meisten weitergeben? Du bist ein geliebtes Kind Gottes und Gott ist größer als deine Vorstellungskraft. Er liebt dich, er vergibt dir deine Schuld, er begleitet dich dein ganzes Leben, er ist nicht nachtragend, zu ihm kannst du immer zurück, wenn du dich im Leben mal verlaufen hast. Gottes Größe ist größer als wir Menschen begreifen können. Der Glaube an Gott wird dich verändern und er verändert auch deine Mitmenschen, deine Gemeinschaften, die Gesellschaft und die ganze Welt.
Leonie Braun: Was hast du in den ganzen Jahren über dich selbst gelernt? Ich habe so viel über mich gelernt, da reicht der Platz hier nicht aus. Hier mal drei Dinge: 1. Entscheidungen flott zu treffen. 2. Dankbar auf das schauen, was ich habe und nicht auf das, was fehlt. 3. Wenn man älter wird, braucht man mehr Zeit, um den eigenen Akku aufzuladen.
Amy Schwarz: Worauf freust du dich am meisten? Ich freue mich auf Neues. Neue Tätigkeiten, neue Aufgaben, neue Herausforderungen, neue Menschen. Ich finde es spannend, die Kirche nochmal in anderer Rolle mitzugestalten und Menschen in Schwellenmomenten ihres Lebens zu begleiten. Dabei muss ich meine Komfortzone verlassen, was mir gar nicht so leichtfällt. Aber um Neues zu erleben, braucht es eben Mut, Hoffnung und für mich diesen Stellenwechsel.
Jan Robisch: Warum ist Jugendarbeit in der evangelischen Kirche so wichtig? Die Evangelische Jugend ist eine riesengroße offene und bunte Tür, die in die Gemeinschaft Jesu Christi einlädt. Hier können Menschen kommen wie sie sind, mit ihren Fehlern, Schwächen, Sehnsüchten, Wünschen, Fähigkeiten, Kompetenzen, Ideen, … Ich bin davon überzeugt, dass die Evangelische Kirche in Bayern aber auch die Gesellschaft noch nicht begriffen haben, wie bedeutsam diese offene Tür für unser Miteinander ist.